Ein Ausblick auf die Lorscher Stadtentwicklung

Die Lorscher Grenzfahrt verspricht jedes
Jahr Einblicke und Ausblicke zu ausgewählten Themen, die im Interesse der
Bevölkerung liegen. Und so wurden auch in diesem Jahr wieder drei Stationen mit
dem Rad angefahren, mit reger Teilnahme durch gut 80 Interessierte.
Von der Königshalle aus standen drei Ziele auf der Routenplanung der informativen
Radtour quer durch Lorsch: Die Baustelle des Regenüberlaufbeckens in der Friedrich-Ebert-Straße,
die Rettungswache der Johanniter Unfallhilfe sowie das LIG-Bauquartier auf dem
Gelände der ehemaligen Holzhandlung Koch am Wingertsberg.
Der Ausgangspunkt der Route an der Königshalle wurde eingangs nochmal genutzt,
um über den aktuellen Stand der Baustelle an der Nibelungenstraße 37 gegenüber
aufzuklären (ehemalige Pizzeria bzw. Klosterbar). „Der Bau könnte schon weiter
vorangeschritten sein, müsste die verantwortliche Entwicklungsgesellschaft der
Stadt Lorsch nicht nach wie vor auf die Baugenehmigung warten“, erläuterte
Bürgermeister Christian Schönung nach dem Empfang durch die Stadtverordnetenvorsteherin
Christiane Ludwig-Paul. Ursache dafür ist der Einbezug der
Denkmalschutzbehörde, der durch die direkte Nachbarschaft des UNESCO-Welterbes
Kloster Lorsch unerlässlich ist. Die Sanierung des benachbarten Gebäudes, das
auch das Café am Kloster beherbergt, schreitet wiederum täglich voran.
Das Regenüberlaufbecken
Bei der ersten Station in der
Friedrich-Ebert-Straße angekommen, referierte der Leiter der Lorscher
Kläranlage, Andreas Stolz, gemeinsam mit Bürgermeister Christian Schönung über
die Notwendigkeit des Baus, seine künftige Funktion und welche Bereiche es
damit schützen wird: Bei Starkregen kann die Anlage künftig das gesamte Stadtgebiet
und seine Kanalisation entlasten und Überflutungen vorbeugen. Mit einer Füllung
des Beckens wird ca. ein bis zwei Mal pro Jahr gerechnet. Zum Einsatz kommen
dabei zwei unterirdische Kammern, die insgesamt 1.350 Kubikmeter Wasser
auffangen können. Wer von den Grenzfahrtteilnehmenden besonders interessiert
war, dem wurde auch ein Blick in den unterirdischen Maschinenraum gewährt,
dessen Rührwerke nur zu bestimmten Zeiten laufen werden und so die
Lärmverschmutzung der Nachbarschaft auf ein Minimum reduzieren.
Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird oberirdisch nicht mehr allzu
viel von der Anlage zu sehen sein, auch, weil dort ein neuer Kinderspielplatz
entstehen wird, dessen Vorgänger für die Bauarbeiten weichen musste.
Die Rettungswache der Johanniter Unfallhilfe
Seit Ende 2024 ist diese Stelle bereits im Daubhart eingerichtet und trägt damit zu der Abdeckung des Notfallversorgungsnetzes an der Bergstraße bei. Vor Ort empfingen der Leiter Fachdienste, Reinhard Munder, und die Leiterin des Rettungsdienstes Bergstraße Mona Eisenhauer die Grenzfahrt-Gruppe. Sie erläuterten, dass es sich bei der Stelle um einen Rettungswagen-Halteplatz handle. Die Unfallhilfe wird derzeit ausschließlich für den Tagdienst besetzt, also werktags von 7-17 Uhr, allerdings mit dem Ziel, künftig einen 24-Stunden-Dienst einzurichten. Wohin der in Lorsch stationierte Wagen bei einem Notfall gerufen wird, entscheidet die zentrale Leitstelle Bergstraße, die unter der 112 telefonisch erreicht werden kann. So kommen am Tag durchschnittlich zwischen 3-4 Einsätzen für das Lorscher Team zusammen.
Das LIG-Bauquartier
Auf dem ehemaligen Gelände des Sägewerks
Koch verraten nur die bereits sichtbaren Hausanschlüsse am Straßenrand, dass
hier demnächst die Bauarbeiten für das künftige Wohnquartier am Klosterpark
Lorsch beginnen. Vor Ort erläuterte der zuständige Immobilienentwickler Jan
Khaled Abdelfatah den aktuellen Planungsstand. Auf dem Gelände sollen bis
voraussichtlich Frühjahr 2029 12 Doppelhaushälften, 3 Reihenhäuser sowie 15
Eigentumswohnungen, aufgeteilt auf drei Mehrfamilienhäuser, entstehen. Einige
Kaufinteressierte haben sich bereits beim Unternehmen vormerken lassen.
Bebauungsplan für Busparkplatz und Wendeschleife
Dass in die Spitze, die die Odenwaldallee mit der ehemaligen Bensheimer Straße
eine Wendschleife mit Ein- und Ausstiegsmöglichkeit für Reisebusse gebaut
werden soll und dieser Ort mit einem Fußweg unterhalb der Odenwaldallee zum
geplanten Busparkplatz verbunden werden soll, darüber informierte Bürgermeister
Christian Schönung vor Ort. Ende des ersten Halbjahres 2027 soll der
Bebauungsplan Rechtskraft erhalten, dass dann mit der Planung der Maßnahmen
begonnen werden kann.
Die Grenzfahrt endete auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins, bei leckerem Kaffee und Kuchen und kühlen Getränken in geselliger Runde. Mitglieder des Vereines hatten alles für die interessierten Radler vorbereitet.
