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Ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und Rassismus

Die Stadt Lorsch lädt zum gemeinsamen Gedenken an die Reichspogromnacht

Es ist eine schmerzliche Pflicht, insbesondere für uns Deutsche, am 9. November der brutalen Ereignisse 1938 zu gedenken. Es ist das Datum der sogenannten Reichskristallnacht, dem Fanal der Judenpogrome und der Zuspitzung der Schreckensherrschaft der Nazis, die bis 1945 dauern sollte. Als aus Nachbarschaften Feindschaften wurden, als Freundschaften durch tödlichen Hass vergiftet wurden und sich deutsche Bürger*innen nicht jüdischen Glaubens in ungeheuerlicher Selbstüberschätzung und Arroganz über andere erhoben, um Mitbürger*innen ins Verderben, in den Ruin und in den Tod zu schicken, weil sie anderen, jüdischen Glaubens waren. Auch in diesem Jahr erinnert die Stadt Lorsch mit einer Gedenkveranstaltung am 9. November um 18 Uhr an dieses schreckliche Kapitel unserer Geschichte und an unsere historische Schuld.

Gedenkstätte

Wie stets beginnt die Gedenkstunde am Mahnmal in der Schulstraße/Ecke Nibelungenstraße. Nach der Rede von Bürgermeister Christian Schönung steht hier im Zentrum der Betrachtung: Wie erlebte man den Terror der Nationalsozialisten als junger Mensch, als Kind, als Jugendliche/r? Der Jugendrat liest dazu aus einem Interview mit Karola Kahn. Die Lorscherin jüdischen Glaubens verließ mit ihrer Familie ihre Heimat 1939 und flüchtete in die USA. Die Einführung macht Thilo Figaj, der ebenfalls für die Übersetzung aus dem Amerikanischen verantwortlich ist.

Wie stets wird mit dem Gedenken am Mahnmal der Besuch einer weiteren Stätte jüdischen Lebens in Lorsch verbunden. In diesem Jahr, in dem wir ebenfalls das Andenken an 1700 Jahre jüdisches Leben auf heutigem deutschen Gebiet feiern, wurde in Lorsch die „Dokumentationsstätte jüdisches Leben in Lorsch, Südhessen und östlicher Kurpfalz“ eingerichtet. Und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft zum Mahnmal, nämlich im 1. Stock des alten Schulmeisterhauses, das bislang ausschließlich die Kurpfalzbibliothek beherbergte. Für die beiden Initiatoren, Prof. Dr. Felix Leonhard und Thilo Figaj, wird Felix Joachim Leonhard über die Beweggründe und die Ausrichtung der neuen Initiative sprechen. Anschließend gibt es für die Teilnehmenden an der Gedenkstunde zum allerersten Mal die Möglichkeit, die Dokumentationsstätte zu betreten. Im Gebäude herrscht Maskenpflicht.

„Wir laden Sie sehr herzlich ein, am 9. November um 18 Uhr zum gemeinsamen Gedenken am Lorscher Mahnmal in die Schulstraße zu kommen. Sie zeigen damit Ihre Verbundenheit, auch mit den Nachfahren der vertriebenen, entrechteten und ermordeten jüdischen Bürger*innen unserer Stadt und unserem Land und setzen ein Zeichen gegen den wieder aufkeimenden Antisemitismus“, bittet der Bürgermeister um zahlreiche Teilnahme.

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