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Absage für das alternative Kerb-Konzept

Magistrat schaltet auf Vorsicht

Kerwe-Kranz

Das auf Wunsch der Politik im Juni entwickelte alternative Konzept für die Lorscher Kerb, die sogenannte „Kersch-im-Dorf-Kerb“ wurde jetzt aufgrund der wieder verschärften Pandemielage vom Magistrat der Stadt Lorsch abgesetzt. Dies entschied der Stadtrat in seiner letzten Sitzung. Das Konzept war zunächst von den städtischen Gremien mehrheitlich angenommen worden. Allerdings lag die Betonung darauf, dass diese Entscheidung jederzeit revidiert werden könne, sollten sich die Infektionszahlen im Kreis signifikant erhöhen. Dazu ist es nun gekommen.

Die Kersch-im-Dorf-Kerb sah zunächst an den vorgesehenen Veranstaltungstagen (3. Septemberwochenende) ein Kerwe-Treiben ausschließlich zwischen Museumszentrum und neuer Sporthalle vor. Geplant waren vier voneinander getrennt agierende Gastronomie-Bereiche, jeweils mit eigenen sanitären Anlagen, Maskenpflicht, Sitzplatzbuchungen und reduzierter Gästezahl. Für die Ein- und Ausgänge lag eine genaue Wegeführung vor. Als Betreiber der wie die Außenbereiche der ansässigen Gastronomie funktionierenden Flächen, waren die bei der Kerb üblicherweise auftretenden Vereine, Caterer, Winzerbetriebe und Betreibenden von Essens- und Getränkestände angesprochen und vorgesehen gewesen.

Nach Verschärfung der Infektionslage reagierte das Kulturamt zunächst noch einmal mit einem modifizierten Konzept. Dieses sah vor, statt der vier nur noch einen Gastro-Bereich, nämlich den Platz am Pavillon als Kerwe-Platz auszuweisen. Dieser wäre dann an den drei ersten September-Wochenenden jeweils von Samstag bis Montag von anderen Betreibern zu bewirtschaftet gewesen. "Damit wäre die Situation bei den Ein- und Ausgängen besser kontrollierbar gewesen, das Geschehen hätte sich auch zeitlich entzerrt“, so Jana Lenhart vom Kulturamt. „Vor allem hätten wir auch eine bessere Übersicht auf der Veranstaltungsfläche selbst gehabt, um ggf. einzuschreiten.“

Doch auch dieses umgebaute und flächenmäßig reduzierte Konzept schien dem Magistrat zu risikoreich. Sorge bereitete vor allem der Bereich rund um das Kerwe-Geschehen am Wingertsberg. „Leider müssen wir sagen, dass selbst an normalen Tagen weder die Gastronomen, noch die Gäste erkennen lassen, dass sie die gebotene Sorgfalt und Vorsicht walten lassen und die gesetzlichen Auflagen beachten“, so der Ordnungsamtschef Rainer Dluzak. In dem Falle, dass ein, wenn auch kleines, Volksfest angesagt wäre, stünde zu befürchten, dass zweierlei passieren würde: Zum einen würde sich die Anzahl der Zaungäste, die darauf hoffen, auch ohne Voranmeldung einen Platz zu ergattern, erhöhen. Zum zweiten bestünde die Gefahr der „Ersatzpartys“ durch all denjenigen, die eben dann doch keinen Platz bekämen, jedoch in Feierlaune angereist wären.

Auch der Einzelhandel war unter den bestehenden Bedingungen mit der ersatzlosen Streichung der Lorscher Kerb einverstanden. „Für uns entfällt damit in einem ohnehin außerordentlich schwierigen Geschäftsjahr die Möglichkeit, einen verkaufsoffenen Sonntag zu veranstalten“, sagt die Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung e. V. Lorscher Einzelhandel, Monika Graf. „Aber selbstverständlich geht die Gesundheit der Bevölkerung vor.“

„Die Stadt Lorsch hat als Kommune und als Stadtverwaltung eine Vorbildfunktion und muss hier mit dem bestmöglichen Beispiel vorangehen, um ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, so Bürgermeister Christian Schönung. Und dieses Beispiel heißt in diesem Corona-Jahr: Keinerlei Kerwe-Treiben auf Lorscher Stadtgebiet.

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