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Lesung, Ausstellung und ein Poesie-Automat

„Er war ja etwas schief ins Leben gestellt“, sagt Berthold Mäurer über seinen „lebenslangen Begleiter“, wie er den Dichter Joachim Ringelnatz nennt. Da hat er wohl recht: Wenn Ringelnatz auch vornehmlich durch skurrile, herzerfrischende und an Komik reiche Gedichte bekannt ist, war sein Leben doch alles andere als einfach. Am 20. UNESCO Welttag der Poesie, dem 21. März, erinnert Berthold Mäurer mit der Ringelnatz-Lesung „Kopf hoch, mein Freund!“ an den Schriftsteller, Kabarettisten und Maler (19 Uhr im Paul Schnitzer Saal).Dazu lädt das KULTour-Amt der Stadt Lorsch ein.

Mäurer stolperte als Student und eigentlich auf der Suche nach Fachliteratur für eine geologische Hausarbeit über einen Ringelnatz-Gedichtband, von dessen Werken er im Laufe seines Lebens auch etliche vertonte. „Auch Ringelnatz hat eine ganze Reihe seiner Gedichte gesungen vorgetragen“, so der ehemalige Leiter des Kulturbüros der Stadt Bensheim. „Er kam ja ausgesprochen gut bei den Leuten an. Dabei war er unglaublich melancholisch und – wie seine Gedichte zeigen – andererseits ein richtiger Quer- und ein Quatschkopf!“ Mäurer selbst liebt die Eigenart des Dichters, einerseits klar, definiert und verständlich zu sein, andererseits niemals mit erhobenem Zeigefinger zu moralisieren. Denn immerhin, so Mäurer „hält Ringelnatz den Menschen den Spiegel hin. Und er fragt: ‚Schau mal – das bist du? Findest du das in Ordnung?‘“

Am Welttag der Poesie wird Berthold Mäurer auch aus dem Leben des Gustav Bötticher berichten, der sich ab seinem 36. Lebensjahr in Joachim Ringelnatz umbenannte. Und er schildert ihn mit den Augen seiner Freunde, Wegbegleiter und Autorenfreunde.

Die Lesung wird umrahmt von der eintägigen Poesie-Album-Ausstellung „Sei wie das Veilchen im Moose“, die bereits eine Stunde zuvor, um 18 Uhr eröffnet wird. „Wir haben etwa 80 Alben ausgeliehen bekommen“, so die Kulturamtsleiterin Gabi Dewald. Die ältesten sind vom Anfang des 19. Jahrhunderts. „Sie sind Spiegel ihrer Zeit, der herrschenden Moralvorstellungen und den Ideen von einem glücklichen Leben. Und sie bergen jede Menge Details zum Schmunzeln!“ Das Publikum ist eingeladen, nach Herzenslust zu blättern. Außerdem wird ein Poesie-Album ausliegen. Die Gäste sind eingeladen, sich darin mit entsprechenden Einträgen zu verewigen.

Schließlich wird das KULTour-Amt – ebenfalls im Rahmen des Bienen- und Dichterprojektes - den nagelneuen „Poesie-Automaten“ vorstellen. „Der Poesie-Automat ist eine neue Einrichtung, der – ähnlich wie die Hoftorgedichte – das Thema Lyrik auf unkomplizierte und überraschende Weise unter die Leute bringen wird“, gibt sich das Team im KULTour-Amt geheimnisvoll. Man darf gespannt sein. Der 20. UNESCO Welttag der Poesie findet erstmals im Zusammenschluss mit anderen Städten der Metropolregion Rhein-Neckar statt (www.metropolpoesie.de). Der Eintritt ist kostenlos.

21. März 2020  20. UNESCO Welttag der Poesie ab 18 Uhr im Paul Schnitzer-Saal (Museumszentrum, Nordflügel, Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch)

Ab 18 Uhr  Einlass in die Poesiealbum-Ausstellung „Sei wie das Veilchen im Moose“

Ab 19 Uhr   „Kopf hoch, mein Freund!“ Ringelnatz-Lesung mit Berthold Mäurer

Welttag der Poesie
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Metropolpoesie

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