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Blühende Geschichte(n)

Lorscher Pfingstrosengarten wächst und wächst

Getauft worden war sie schon vor sechs Jahren, die weißblühende Paeonia lactiflora Laureshamensis. Umso größer war jetzt die Freude im Lorscher Pfingstrosengarten, dass die Blumen, die den alten Namen der Stadt trägt (Lauresham), offiziell ins Register der American Peony Society APS eingetragen wurde. Die APS ist eine vor ca. 120 Jahren gegründete Gesellschaft in den USA, deren Hauptzweck heute die Registrierung aller ihr gemeldeten Päonien-Züchtungen weltweit ist.

Sinnbild des Klosters

Die in Südhessen an der Bergstraße gelegene Stadt hatte die bis dahin namenlose Züchtung des Österreichers Michael Miely zu ihrem 1250sten Jubiläum 2014 in den neu eröffneten Pfingstrosengarten gegenüber des UNESCO Welterbe Kloster Lorsch, gepflanzt. „Wir hatten damals die Auswahl zwischen unterschiedlichen Stauden, die verschiedene Farben trugen, aber auch sehr in Wuchs und Blütenformen voneinander abwichen“, erinnert sich Gabi Dewald vom Lorscher Kultur- und Tourismusamt. „Die leicht duftende Laureshamensis gefiel uns, denn sie schien uns gut zu unserem klösterlichen Welterbe zu passen.“ Die Züchtung (erste Blüte 2002) ist ungefüllt und von einem reinen, strahlenden Weiß mit einem üppig besetzten Kranz aus goldenen Staubblättern sowie fünf kirschrot leuchtenden Blütennarben. Die Stiele tragen bis zu vier Knospen, sind kräftig und bis 80 cm lang. Die Staude ist enorm wüchsig, blühfreudig und hält auch als Schnittblume lange in der Vase.

Die Idee dazu, den - deutschlandweit einzigen – kommunalen Pfingstrosen-Lehr- und Schaugarten zu eröffnen, leitete sich aus dem Lorscher UNESCO Welterbe ab. Wie die einstmals karolingische Anlage, wurde auch das Lorscher Arzneibuch mit einem UNESCO-Titel ausgezeichnet. Denn dieses Kompendium aus Rezepturen begründete den Beginn der modernen Medizin im westlichen Abendland. Die Pfingstrose spielt darin als Heilpflanze eine wichtige Rolle. Bis heute wurden in dem Lorscher Lehr- und Schaugarten Garten über 170 Arten und Sorten gepflanzt.

Weitere Taufen an den Pfingstrosentagen …

„Uns heute nimmt die Päonie in erster Linie durch ihre verschwenderische Schönheit und üppige Pracht gefangen“, so Dewald. „Doch aus kulturhistorischer Sicht, hat diese ‚Königin der Kräuter‘, wie die Griechen sie auch nannten, eine viel weitreichendere Bedeutung.“

An den traditionellen Pfingstrosentagen am 16. und 17. Mai 2020 wollen die Gärtnerinnen den Lorscher Päoniengarten mit einem weiteren geschichtsträchtigen Thema verquicken, das ebenso von der UNESCO ausgezeichnet wurde und mit der Geschichte des Kloster zu tun hat: dem Nibelungenlied. „In Lorsch, wo u.a. Teile des Nibelungenliedes geschrieben wurden, werden wir ein Nibelungenbeet eröffnen“, kündigt die Amtsleiterin an. „Dort sind die schon namentlich registrierten, nach der bekannten Sage benannten Züchtungen von Michal Miely gepflanzt: Alberich, Brünnhild, Fafner, Griemhild, Gunther, Hagen, Rheingold und Siegfried. Dazu kommen nun drei bislang namenlose Strauchpäonien des Züchters Volker Emrich, die an diesen Tagen auf die Namen Worms, Burgund und Rhein getauft werden.“

Außerdem können Päonien-Fans dann wieder den üppig blühenden Garten bewundern, an kostenlosen Führungen teilnehmen, Pfingstrosen kaufen, wertvolle Tipps von den Gärtnerinnen bekommen und das üppige Programm der Festmeile des angegliederten Bienen- und Dichterfesten mit Frühlingsmarkt genießen (mehr Infos unter www.lorsch.de).

Paeonia lactiflora Laureshamensis
Lorscher Pfingstrosengarten

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