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Verantwortung ohne Schlussstrich

Gedenken an die Pogromnacht am 9. November

Der Bundespräsident sprach von einer „Verantwortung, die keinen Schlussstrich kennt“ und damit von der durch Deutsche erfolgten Judenvernichtung während des sogenannten Dritten Reiches. Dieser von den Nazis organisierte Völkermord erreichte mit 6 Millionen jüdischen Todesopfern eine bis dahin noch nicht gekannte Dimension fühlloser Grausamkeit. Am 9. November jährt sich zum 81. Mal der brutale Auftakt zu dem massenhaften Morden, Quälen, Vertreiben, Enteignen einer deutschen Volksgruppe, die eines gemeinsam hatte: Sie alle waren Jüdinnen und Juden.

Auch die Stadt Lorsch gedenkt an diesem Tag der Mitglieder ihrer einstigen jüdischen Gemeinde. Auch hier, in unserer Stadt, wurden Nachbarn von Nachbarn denunziert, geschlagen, verschleppt, verhaftet, vernichtet, beraubt, an Leib und Leben, Hab und Gut geschädigt, die Synagoge wurde in Brand gesteckt. – Wie konnte das geschehen? Ist das heute wirklich so unvorstellbar? – Gerade das jüngste Gewaltverbrechen in Halle zeigt, dass der Antisemitismus auch unsere heutige Gesellschaft vergiftet, ja sogar wieder zunimmt. Deshalb ist es eine erschreckende Wahrheit, dass die Gedenkfeiern zum 9. November so aktuell und notwendig wie nie sind.

Der Magistrat der Stadt Lorsch fordert deshalb alle Lorscher Bürgerinnen und Bürger auf, sich am 9. November auf die Seite derer zu stellen, die zu schützen sich insbesondere Deutschland verpflichtet sieht. Bei der Zusammenkunft um 18 Uhr am jüdischen Mahnmal in der Schulstraße wird neben Bürgermeister Christian Schönung und Thilo Figaj vom Heimat- und Kulturverein Prof. Sandford M. Jacoby sprechen. Der Urgroßvater des kalifornischen Wissenschaftlers, Bernhard Jacoby, war Metzger und besaß das Haus in der Bahnhofstraße 21. Prof. Jacoby (geb. 1953) hat u.a. mitgeholfen, die erste Gedenkveranstaltung dieser Art in seiner deutschen Heimatgemeinde Eich zu organisieren.

Die Veranstaltung möchte in diesem Jahr einen Eindruck davon geben, wie das jüdisch Lorsch aussah, d.h. wo überall sich Häuser in jüdischem Besitz befanden, welche Familien darin wohnten, welche Geschäfte oder Betriebe dort angesiedelt waren usf. Dazu wird die Gedenkfeier im Paul-Schnitzer-Saal fortgesetzt, wo auf einem Stadtplan das alte jüdische Lorsch sichtbar gemacht und darüber erzählt werden wird. Bei der Gedenkfeier wirken u.a. auch Mitglieder des Jugendrates und weitere Jugendliche aus Lorsch mit. Jedermann ist herzlich eingeladen und willkommen.

81. Gedenkfeier an den Beginn der Judenpogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Treffpunkt um 18 Uhr am Jüdischen Mahnmal in der Schulstraße. Danach gehen die Anwesenden gemeinsam in den Paul-Schnitzer-Saal, wo das alte jüdische Lorsch sichtbar gemacht werden wird. Gestaltet wird die Gedenkfeier vom KULTour-Amt der Stadt Lorsch gemeinsam mit Bürgermeister Christian Schönung, Thilo Figaj und Lorscher Jugendlichen. Ehrengast der Veranstaltung ist der kalifornische Professor Sandford M. Jacoby, der ebenfalls sprechen wird und dessen Urgroßvater das Haus in der Bahnhofstraße 21 besaß.