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Dauerbrenner Müllvandalen

Eindringlich bittet die Stadtverwaltung ihre Bürgerinnen und Bürger um mehr Disziplin bei der Müllentsorgung. „Wie kann es ein, dass einerseits keine Trinkhalme aus Kunststoff mehr verkauft werden, wenn andere Leute ihren Müll, von der Plastiktüte bis zum Elektroschrott, einfach aufs Trottoir werfen und darauf setzen, dass irgendjemand kommt und den ganzen Mist wieder aufsammelt!“ sind nicht nur die Mitarbeiter des städtischem Betriebshofs fassungslos. Denn „irgendjemand“, das sind in der Regel sie.

Doch auch das Ordnungsamt und der Verwaltungschef geraten ans Ende ihrer Geduld. „Mit dem neuen Wertstoffhof des ZAKB und gestaffelten Öffnungszeiten, mit regelmäßigen und individuellen Terminen zur Müllabfuhr, mit elf Containerstandorten, die jederzeit zugänglich sind, haben wir eine komfortable Struktur geschaffen, über die jeder seinen Müll umwelt- aber auch menschenfreundlich entsorgen kann“, ist man sich einig. „Doch ein Minimum an Disziplin sollte man schon von jedermann erwarten dürfen.“ Und angesichts gigantischer, von Menschen angehäufter Mülllawinen auch die Einsicht, dass diese schier unkaputtbaren Hinterlassenschaften nicht länger zum Nulltarif entsorgt werden können. „Das Zeitalter wilder Müllkippen sollte für jeden Menschen, der auch nur einen Funken Verstand und Verantwortung hat, endgültig Geschichte sein“, greifen sich längst nicht mehr nur engagierte Umweltschützer an den Kopf.

Wer sich die Glas-, Kleider- oder auch die Elektrokleinteile-Container in Lorsch anschaut, zweifelt daran. Was bei dieser kostenlosen Entsorgungsmöglichkeit nicht durch den Schlitz passt, wird schlicht und ergreifend daneben geworfen. Dazu gesellen sich Hausmüll, Altkleider, Sperrmüll – eben alles, was man ohne Aufwand und selbstverständlich ohne Kosten rasch loswerden will. Unnötig zu sagen, dass dieser Anblick zwar Ratten und anderes Ungeziefer freut, Anwohner aber zu Recht ärgert. Klar ist, das Einwurfzeiten (werktags 7 – 19 Uhr) oder auch die Nachtruhe von solchen Müllvandalen außer acht gelassen wird.

„Ist also die Konsequenz, dass wir die Container wieder einsammeln müssen? Allzumal an Stellen, die sich mittlerweile fast schon als illegale Mülldeponien etabliert haben?“ fragt der Bürgermeister Christian Schönung. Es ist das Gegenteil von dem, was die Stadtverwaltung anstrebt: Nämlich es ihren Bürgerinnen und Bürgern leichter zu machen, Müll legal und so komfortabel wie möglich loszuwerden. Doch endet diese Komfortzone, wo sie zur Verantwortungslosigkeit und vor allem Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen und Umwelt wird. „Ich bitte alle, sich im Sinne unserer Gemeinschaft so zu verhalten, wie man es sich vor der eigenen Haustüre wünscht und auf dieser Welt auch in einhundert Jahren noch“, bittet der Bürgermeister die Lorscherinnen und Lorscher um mehr Disziplin und Einsicht.

Der Lorscher ZAKB-Wertstoffhof in der Rödchesgasse 34 ist mittwochs und freitags von 14 – 18 Uhr (Winterzeit bis 17 Uhr) sowie samstags von 9.30 bis 15.00 Uhr geöffnet. Die Einwurfzeiten für die Altglas- und Altpapier-Container sind an allen Werktagen zwischen 7 und 19 Uhr.