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BRÖTCHENTÜTENAKTION MORGEN FÄLLT DER STARTSCHUSS

Botschaft gegen Gewalt in jeden Haushalt tragen

04. November 2017Autor: Gerlinde Scharf (ba- gs süm)

Heute fällt der Startschuss zur kreisweiten Brötchentütenaktion "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte". Unser Bild entstand gestern bei der Pressekonferenz zum Thema.

Frühaufsteher, die am Samstagmorgen in Lorsch und Einhausen zwischen 8 Uhr und 9 Uhr ihr Frühstück beim Bäcker kaufen, werden große Augen machen, wenn sie ihre Lieblingsbrötchen von den Bürgermeistern Christian Schönung und Helmut Glanzner eingetütet bekommen. In beiden Kommunen fällt heute der Startschuss für die kreisweise Brötchentütenaktion "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte! Schau hin - Tu was."

Hundert Bäckereien im Kreisgebiet werden ihre Backwaren bis zum 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt, in rund 100 000 Tüten mit dem aufrüttelnden Slogan packen und auf diese Weise ihre Solidarität bekunden. Das gleiche tun neben zahlreichen anderen Kooperationspartnern auch Landrat Christian Engelhardt sowie die Bürgermeister von Bensheim, Lampertheim, Wald-Michelbach und Neckarsteinach, die in den nächsten Wochen an unterschiedlichen Tagen für einige Stunden ihren Schreibtisch mit einem Ladentresen tauschen.

Immer mehr Partner sind dabei

Angestoßen und organisiert haben die Wiederholungsaktion, der sich im Laufe der Jahre immer mehr Partner angeschlossen haben, der Arbeitskreis gegen Häusliche Gewalt, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Kreis und der Katholische Frauenbund. Sie alle machen gemeinsame Sache mit der Bäcker-Innung und den Bäckereien in der Region unter dem Motto: "Nein zu Gewalt an Frauen." Unterstützung erfährt die Initiative vom Hessischen Sozialministerium.

Laut einer Studie hat jede vierte Frau in Deutschland Gewalt in der Partnerschaft erfahren. Die Dunkelziffer dürfte erfahrungsgemäß weitaus höher sein. Gewalt reiche von sexuellen Übergriffen und Missbrauch bis zur Vergewaltigung, Zwangsprostitution und Zwangsheirat, machte die Vorsitzende des Frauenhauses Bergstraße, Christine Klein, anhand einiger Beispiele deutlich. "Wir setzen mit der Brötchentütenaktion ein Zeichen und rufen dazu auf, hinzusehen statt wegzuschauen", erklärte der Einhäuser Bürgermeister auch im Namen seiner Kollegen und seiner Kollegin in den Rathäusern.

Gerade weil Gewalt gegen Frauen oftmals hinter verschlossenen Türen stattfinde, "müssen wir die Bevölkerung für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren, denn es geht die ganze Gesellschaft an", sprach Landrat Engelhardt bei einem Pressegespräch im Landratsamt Klartext und wies auf die Bedeutung gezielter Öffentlichkeitsarbeit und frühzeitiger Prävention hin, die schon in den Schulen beginnen müsse.

Internationaler Tag

Auf der Rückseite der Brötchentüten sind Namen und Anschriften von Organisationen wie Pro Familia, dem Frauenhaus Bergstraße und den Beratungs- und Interventionsstellen Häusliche Gewalt gegen Frauen sowie die Telefonnummer 08000 / 116016 des bundesweiten Hilfetelefons gedruckt.

Rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt am 25. November, der von der UNO seit 1990 offiziell als Gedenktag anerkannt ist und auf die Ermordung dreier Schwestern aus der Dominikanischen Republik zurückgeht, die im Untergrund gegen den tyrannischen Diktator gekämpft haben, finden im Kreis zahlreiche weitere Aktionen und Veranstaltungen statt.

Das Benefizkonzert "Bergsträßer Künstlerinnen und Künstler spielen gegen Gewalt" am Sonntag, 12. November, im Parktheater in Bensheim macht den Anfang.

Fahnen werden wieder gehisst

Es folgt am 20., 22. beziehungsweise 24. November in Heppenheim, Bensheim, Lorsch, Bürstadt, Lampertheim und Wald-Michelbach vor den Rathäusern und auf öffentlichen Plätzen die Hissung der Fahnen von Terres des Femmes "Frei leben ohne Gewalt" durch die jeweiligen Bürgermeister. In Bensheim und in Lorsch wird dies am 24. November gegen 11 Uhr auf dem Beauner Platz beziehungsweise am Museumszentrum der Fall sein.

Bereits am 22. November um 19 Uhr zeigt das Bensheimer Frauenbüro gemeinsam mit der Menschenrechtsinitiative Amnesty International und dem Nord-Süd-Forum Bensheim den Film "Voices of Violence - Stimmen der Gewalt" im Luxor-Filmpalast. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Vor der Fahnenhissung veran-staltet die Gleichstellungs-beauftragte am 24.11.2017, um 11.00 Uhr, im Gewölbe-keller des Museumszentrums eine "Kellerrevue - ganz tief unten auf den Punkt ge-troffen." Es handelt sich um eine Art Nummernrevue, an der sich alle beteiligen sollen. Durch die Show leitet Ludmilla Heilig.

Im Anschluss an die Revue hissen Bürgermeister Christian Schönung und die Gleichstellungsbeauftragte Brunhilde Schieb die Fahnen von TERRE DES FEMMES „frei leben ohne gewalt“ am Museumszentrum.

Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich einge-laden !