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„Waaschde noch?“

Fotografien von Walter Schumacher im Museumszentrum

Sein Name ist bekannt in Lorsch. Und noch bekannter sind seine Fotos: Walter Schumacher, heute 81 Jahre, fotografiert seit den 50er Jahren in Lorsch. Jetzt widmet die Stadt ihrem treuen Chronisten eine Sonderausstellung im Museumszentrum. Am Weihnachtsmarktfreitag um 18 Uhr wird die Schau „Waaschde noch? – Walter Schumacher. Ein Fotograf sieht seine Stadt“ im 1. Stock des MUZ eröffnet.

Anlass dazu war die Übergabe eines ca. 12.000 Negative umfassenden Archivs, das die Stadtverwaltung 2016 von Schumacher erwarb. “Viele von Schumachers Fotos sind bereits veröffentlicht“, so Gabi Dewald vom Lorscher KULTour-Amt, das die Ausstellung kuratiert. „Doch oftmals weiß man gar nicht, dass sie von Schumacher stammen.“ Die Ausstellung möchte auch – ganz im, Gegensatz zu dem seit Jahren erfolgreichen „Bilderbogen“ des Hand de Raadt – keine chronologische Reihung sein, die den Schwerpunkt etwa auf die bauliche Umgestaltung, Veränderung und Entwicklung der Stadt legt. „Uns kam es vielmehr darauf an, den spezifischen Blick eines einzigen Menschen, der von hier stammt, seine Familie hier gründete und sein Leben hier zubrachte, zu zeigen“, fährt Dewald fort. „Und damit seine Sichtweisen, seine Vorlieben, seine persönlichen Themen und seine eigene Sicht auf diese Stadt als Lebensraum.“

Viele Jahre lang war der gelernte Buchdrucker als Fotograf für die Lorscher-Einhäuser Tageszeitung, kurz: LEWO genannt, tätig. Er tat das, wie er selbst sagt, „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Denn die Presse- und dokumentarische Fotografie ging schon rein zeitlich zulasten seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Medium. Trotzdem stellte Schumacher sein diesbezügliches Talent vor allem in den 90er Jahren mit einigen Themenausstellungen ebenfalls unter Beweis. Er erhielt verschiedentlich Auszeichnungen für seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die er größtenteils im eigenen Labor entwickelte. Als Höhepunkt seiner fotografischen Laufbahn jedoch empfand er die Herausgabe seines Bildbandes „Lorsch. Bilder einer kleinen Stadt“ 1976.

„Walter hat ganz offensichtlich große Freude an ‚Typen‘ und einige großartige Portraits geschossen. ‚Kennschde den?‘ ist dieses Thema in der Ausstellung überschrieben“, fährt die KULTour-Amtsleiterin fort. „Er ist tief in der Katholischen Gemeinde verwurzelt: ‚Vum Parre un vum liewe Godd‘ haben wir dieses Kapitel genannt. Die Fastnacht ist ein großes Thema – wie er überhaupt einen ganz eigenen Schalk hat. Und es fasziniert ihn die Natur. ‚Des hod mer oafach g’falle‘ heißt diese Abteilung, die Stillleben und Landschaften zeigt.“

Bewusst titelt die ganze Präsentation in Lorscher Mundart, denn „Schumacher ist mit Haut und Haar Lorscher und nahe an den Leuten“.

Die Auswahl von etwa 400 Bildern wird dabei ausschließlich in Großformaten gezeigt, vom A3- bis zum A1-Format. Damit bekommen die Bilder eine ganz neue, manches Mal geradezu monumentale Wirkung, die Stimmungen springen einem an und es entsteht eine große Intensität. „Wir hoffen, dass die Lorscher Bevölkerung und ihre Gäste viel Spaß haben an diesem Kaleidoskop, das diese Stadt vor allem durch ihre Bewohnerinnen und Bewohner widerspiegelt“, laden die Ausstellungsmacherinnen zum Besuch ein.

„Waaschde noch? – Walter Schumacher. Ein Fotograf sieht seine Stadt“, vom 1. Dezember 2018 bis 24. März 2019 im Museumszentrum, Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch; Eröffnung am 30. November 2018 um 18 Uhr.