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Als die Synagoge brannte

80 Jahre Reichspogromnacht in Lorsch

Am 9. November ist es zum 80sten Mal, dass sich die Schrecken der Reichspo-gromnacht jähren. Diese Nacht der organisierten und flächendeckenden Zer-störung, Schändung, Vertreibung und Verschleppung gilt als Auftakt der Nazi-herrschaft, die den Holocaust für unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mit-bürger brachte, auch in Lorsch. Am Ende waren 6 Millionen jüdischer Frauen, Männer und Kinder auf bestialische Weise ermordet worden und das jüdische Leben in Deutschland war ausgerottet.

Auch in Lorsch griffen Bürger zu Benzinkanistern und setzen das stolze Gottes-haus der Jüdinnen und Juden, Symbol und Mittelpunkt der Gemeinde, in Brand. Die Feuerwehr, damals unweit des Brandortes in der Kirchstraße 5 stationiert, griff nicht ein. Drei Augenzeugenberichte liegen über diese Nacht vor, in der Nachbarn zu Verbrechern wurden, angestiftet durch eine menschenverachtende Diktatur, unterstützt durch eine schweigende Mehrheit.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht steht deshalb die einstige Synagoge, wie sie in Lorschs Stadtmitte gemeinsam mit der evangelischen und katholischen Kirche ihren Platz hatte. Der Magistrat lädt alle Bürgerinnen und Bürger zunächst um 18 Uhr zur Gedenkstätte in der Schul-straße ein. Dort wird der Bürgermeister Lorschs sprechen. Danach gehen alle gemeinsam in die Kirchstraße, wo es eine Großprojektion der Synagoge in un-mittelbarer Nähe des einstigen Standortes geben wird. Thilo Figaj und der Jugendrat werden dort die Augenzeugenberichte von drei Lorscher Jüdinnen und Juden verlesen, die die Pogromnacht in Lorsch miterleben mussten. Auch die beiden Kirchen werden sich einbringen. Unter anderem werden die Glocken beider Gotteshäuser ab 18.15 Uhr für eine Viertelstunde gemeinsam läuten.

Wir laden zur Gedenkveranstaltung am 9. November um 18 Uhr ein, aus Respekt für und aus Trauer um unsere ehemaligen jüdischen Nachbarinnen und Nach-barn. Aber es gilt auch, aus diesen schrecklichen Lehren heute und jetzt eine ge-läuterte und menschliche Haltung gegenüber andersgläubigen und anders sozialisierten Menschen in unserer Mitte unverrückbar einzunehmen und dafür einzutreten.