Logo
Logo
 
 

 

English
Francais
Deutsche Website
 
 
Bürgerinformation
Bürgerinformation
Bürgerinformation
 

Pressemeldungen

 

Kreis Bergstraße fördert ein Natur- und Artenschutzprojekt

Der Kreis Bergstraße fördert zur Umsetzung der Hessischen Biodiversitäts-strategie ein Natur- und Artenschutzprojekt der Stadt Lorsch mit 25.165 Euro Ersatzgeld.

Im Sinne des Biotopverbundes handelt es sich um eine sehr sinnvolle Maß-nahme. Der Magistrat der Stadt Lorsch möchte damit der besonderen Bedeutung des Grundstückes entsprechen.

Das Grundstück (mit rd. 7.500 qm) selbst, liegt im südlichsten Zipfel der Lorscher Gemarkung, direkt angrenzend an den Lampertheimer Stadtteil Hüttenfeld.

Schon aus dem Luftbild ist erkennbar, dass das Grundstück im Zusammenhang sehr unterschiedlicher und vielfältiger Biotope liegt, die zusammen auch eine stattliche Fläche von mehr als 23 ha umfassen. Umgeben von Wald, Aufforstung, ungenutzten Gärten und dem großen Feuchtbiotop bei Hüttenfeld, liegt es an-grenzend an das wertvolle von der Stadt geschaffene Amphibienbiotop mit dessen Schwerpunkt für die Knoblauchkröte. Dieses entstandene Netzwerk der Natur wird in Fachkreisen intensiv beobachtet und gelobt.

Von den Maßnahmen in den vergangenen Jahren profitierte insbesondere die Avifauna. Mehr als 50 verschiedene Vogelarten besiedeln regelmäßig den umge-benden Bereich. Aber auch als Rastgebiet für Zugvögel (große Schwärme von Staren oder wassergebundene Zugvögel bspw.) ist das Gebiet wichtig geworden.

Die Amphibien wurden in den vergangenen Jahren gefördert. Das Straßenbau-amt hat umfängliche Leiteinrichtungen errichtet, die Stadt hat ein großes Biotop geschaffen. Die Bestandsaufnahme des Landes Hessen zeigt einen Bestand an seltenen Knoblauchkröten auf. Seit einigen Jahren wird bereits ein regelmäßiges Monitoring vom RP- Darmstadt durchgeführt. Dabei wurde alljährlich eine große Zahl von jungen Fröschen und Kröten im Amphibienbiotop gesichtet.

Das Land Hessen und die Stadt Lorsch sind Eigentümer fast aller benachbarter Flächen.

Mit dem Erwerb kann die dauerhafte Sicherung der Fläche erfolgen. Auch könnten gezielt Maßnahmen auf der Fläche begonnen werden, die einen voll-kommenen neuen Baustein im bestehenden Biotopverbund sind.  Maßnahmen werden sein:

  • Herausnahme der seither als intensive Wiese genutzten Fläche aus einer landwirtschaftlichen Nutzung. Entfall jeglicher Düngung
  • Herrichten einer ca. 1.500 m² großen Fläche als sandige Ackerfläche mit einmal jährlichem Umbruch zur Schaffung von Aufenthaltsflächen für die Knoblauchkröte (im nördlichen Bereich, angrenzend an das Amphibien-biotop)
  • Die verbleibende Fläche von rund 6.000 m² als artenreiche, ausgehagerte Brach- und Blühwiese anlegen, die besonders für die Rebhühner und andere Wiesenvögel wichtig ist und die Insekten stark fördert. Aufstellen mehrere Bienenstöcke für eine ausreichende Befruchtung der Blüh-pflanzen (Vorgespräche mit einem Imker sind geführt).

Die Fläche eingesät mit Blühmischung und Kräutern bietet Nahrungsquelle und Behausung für Insekten, Deckung für Vögel, Hase und Reh und ist somit in der im weiteren Umfeld stark ausgeräumten Landschaft eine gute Überwinterungs-möglichkeit für viele Wildtiere. Mittels eines Zauns sollen das Betreten und Stören verhindert werden, der Zaun bleibt an geschützten Stellen aber offen für Wildtiere und wird als umgekehrter Wildschutzzaun montiert, der durch seine große Maschenweite den Kleinsäugern den Durchschlupf ermöglicht.

Ersatzgeld: Eingriffe in Natur und Landschaft sind grundsätzlich auszu-gleichen. Ist dies nicht möglich, ist eine Ersatzzahlung zugunsten des Landes zu bezahlen. Diese Mittel werden für natur- und artenschutzfördernde Pro-jekte wieder zur Verfügung gestellt.

Das Prinzip ist, was der Natur an der einen Stelle genommen wird, muss ihr anderer Stelle durch geeignete Maßnahmen zurückgegeben werden. Durch diese Gelder konnten in den letzten Jahren im Kreis Bergstraße verschiedene Natur- und Artenschutzprojekte mitfinanziert werden.

v.l. Volker Knaup, Michael Weidner von der Unteren Naturschutzbehörde, BGM Christian Schönung, Kreisbeigeordneter Karsten Krug 
v.l. Volker Knaup, Michael Weidner von der Unteren Naturschutzbehörde, BGM Christian Schönung, Kreisbeigeordneter Karsten Krug