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Pressemeldungen

 

Internationaler Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Kellerrevue und Fahnenhissung - Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt

Im Kontext des weltweiten UN-Gedenk- und Aktionstages „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ wurde in Lorsch zum ersten Mal eine „Interaktive Revue“ im Gewölbekeller des Museumszentrums veranstaltet, deshalb auch Kellerrevue genannt.

Im Jahre 1990 hatten die Vereinten Nationen den 25. November  (Todestag der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden) als Gedenktag auf die Internationale Agenda gesetzt.

In Lorsch fand das Thema „Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 24. November zudem eine künstlerische und sportliche Herausforderung. Die Gleichstellungsbeauftragte, Brunhilde Schieb und die Schauspielerin und Sängerin, Ludmilla Heilig hatten zur Mitwirkung in eine „Interaktive Revue“ unter dem Motto „Ganz tief unten auf den Punkt getroffen“ eingeladen. -  

Bürgermeister Christian Schönung machte in seiner Eingangsrede deutlich, dass Gewalt nicht nur langfristige Auswirkungen für die von Gewalt betroffenen Frauen, sondern auch für Ihre Familien, die Gesellschaft und ihr ganzes Land hat. Langfristig generiert Häusliche Gewalt häufig mehrere Generationen von Gewaltbeziehungen, in denen sich die Kosten wieder reproduzieren.

Mehr Länder als je zuvor haben neue Gesetze erlassen und gehen politisch gegen alle Formen der Gewalt vor!! Damit werden die Rechte der Opfer von Sexualdelikten erheblich gestärkt.

Kellerrevue

Die Gäste erhielten bereits am Eingang einen scharfkantigen Dartpfeil, mit dem sie später auf eine Wand mit dreißig Luftballons warfen.

Unter den bunten Luftballons versteckten sich Schwarz-Weiß-Bilder von gedemütigten und tief verletzten Frauen (Marilyn Monroe) oder einem mehrfach zerteilten Playboy Covergirl. Zu sehen auch Fotos von durch ihren Partner schwer misshandelte Frauen.

Die Revue führte in die tiefsten Niederungen von Partnerschaftlicher Gewalt. Dabei schonte die Künstlerin ihr Publikum nicht.

Verstörende Szenen zusammengesetzt aus Zitaten aus Zeitungsberichten, Erniedrigungen, Verletzungen und skurrilen Herrenwitzen führten u. a. auch in das Tierreich. Die Gottesanbeterin verspeist ihren Gatten noch während des Zeugungsaktes.

Falcos „Jeany“, der Song, der 1982 einen der größten Skandale in der Geschichte der deutschsprachigen Popmusik auslöste, komplettierte die facettenreiche Darstellung und das grausliche Ausmaß von Gewalt an Frauen. Der Songtext beschreibt eine zum Tode führende Vergewaltigung.

Heiteres, auch poetische Beträge, zum Beispiel von Wilhelm Busch, Songs wie „I need a hero“ rundeten die fünfundvierzigminütige Revue ab. Die Künstlerin entließ die Gäste am Ende mit einem versöhnlichen Lied und der Erkenntnis, dass sie einen lieben Mann und liebe Kinder hätte.

Terre des Femmes

Seit „Terre des Femmes“ in Deutschland die Fahnenaktion im Jahre 2001 in das Leben gerufen hat, beteiligte sich Lorsch (zum ersten Mal am 25.11.2002) an dem Internationalen und bundesweiten Aktionstag mit  verschiedenen Aktionen und der „frei leben ohne gewalt“ gehissten Fahne am Museumszentrum. In diesem Jahr wurde die Fahne zusätzlich in arabischer Sprache gehisst.

In Deutschland rückt Terre des Femmes jedes Jahr eine besondere Facette von Gewalt in den Fokus. In diesem Jahr macht „Terre des Femme“ auf die „Weibliche Genitalverstümmelung“ und ihre deutlich steigende Zahl Betroffener aufmerksam.