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Wächterinnen der kaiserlichen Blume

Das neue Pflegeteam im Paeoniengarten badet derzeit in einem Blütenmeer

Das, was man auf Neudeutsch „Hot Spot“ nennt, bildet derzeit der Lorscher Paeoniengarten. Denn der steht jetzt in voller Pracht und die Gäste schwärmen wie die Bienen zwischen den verschwenderisch blühenden Pfingstrosen. Handtellergroß leuchten die Blüten aus dem üppigen Laub, dicht gefüllt oder weit offen, mit Kränzen dick bepuderter goldener Staubgefäße oder mit tintigen Basalflecken im Grund ihrer Blütenkelche.

„Niemand, der jetzt in den Garten kommt, kann sich dieser Faszination entziehen“, wissen die ehrenamtlichen Gärtnerinnen, die mehrmals in der Woche im Garten rund um die Evangelische Kirche zu finden sind. Petra Raulin, Heike Schneider und Eva Maria Eberle bilden das neue Pflegeteam im Lehr- und Schaugarten. Und auch sie können sich einfach nicht satt sehen. Doch dem aktuellen Farben- und Formenwunder gehen viele Wochen der Arbeit voraus. Und ebenso folgen Monate der gärtnerischen Umsorgung, damit sich das üppige Blütenwunder im nächsten Jahr zwischen Ende März und Mitte Juni wieder ereignet.

„Pfingstrosen sind eigentlich nicht sehr anspruchsvoll“, erklären die Frauen und das kann man kaum glauben, denn die Blüten machen einen direkt aristokratischen Eindruck. Nicht umsonst nennen die Chinesen die Paeonie die „kaiserliche Blume“ und suchen damit ihre Erlesenheit, ihre Unvergleichlichkeit und ihre herausragende Eleganz zu beschreiben. Doch natürlich muss sie das richtige Pflanzbett bereitet bekommen. Es muss gedüngt und gewässert werden, die Stauden müssen von Unkraut befreit und nach Krankheiten abgesucht werden. Die riesigen Blüten benötigen ggf. Stützen und immer wieder sind die Paeonienfreundinnen dabei, die Beschilderung zu verbessern und natürlich über weitere wichtige Ergänzungen oder auch attraktive Beipflanzungen zu beraten. „Und müssen wir neue Pfingstrosen setzen, wird die Arbeit richtig beschwerlich“, so die Expertinnen.

„In diesen Wochen der Blüte werden wir natürlich auch viel von Besuchenden befragt“, sagt Petra Raulin, die am längsten im Team ist. Und sie spricht davon, wie begeistert die Leute sind und wie fasziniert von den blühenden Schönheiten. „Viele Leute wissen zum Beispiel gar nicht, dass es auch Baumpaeonien gibt, also Pfingstrosen, die verholzen und wie ein Baum im Winter das Laub abwerfen“, so Raulin. Viele haben auch noch nie gelbe oder orangefarbene Pfingstrosen blühen sehen. „Und dann ist da natürlich der Duft …“

Das neue Pfingstrosenteam hat jedoch noch mehr vor wie die Bestände zu pflegen und sinnvoll zu ergänzen. Der ganz große Plan ist die Bepflanzung des Westhanges, dem nun auch der Gemeinderat der evangelischen Kirche zugestimmt hat. „Hier sollen die 46 prachtvollen Züchtungen des griechischen Malers Nassos Daphnis eine Heimat finden“, so Heike Schneider, die hauptberuflich auf dem Lorscher Bau- und Umweltamt arbeitet. „Dazu kommen deren Elternpflanzen.“ Damit hätte Lorsch eine weltweit einmalige Paeoniensammlung von legendärer Schönheit.

Doch bis dahin ist noch viel Arbeit. Das neue Team im Lorscher Lehr- und Schaugarten freut sich über Unterstützung: „Es wäre toll, wenn sich unser Team vergrößern würde“, wünscht sich Eva Maria Eberle, die auch im Lorscher Tabakprojekt aktiv ist. „Es ist eine total schöne Aufgabe – auch deshalb, weil wir es gemeinsam machen!“ Der Pfingstrosensonntag am 4. Juni wird Interessierten die Möglichkeit bieten, sich auch dazu zu informieren. Neben Pflanzenverkauf, Literatur und viel Sachkenntnis – auch der Schweizer Experte Walter Good wird mit einem Stand dabei sein - gibt es eine neue Kooperation mit Portugal, der nächste internationale Projektpartner nach China. Mitglieder des UNESCO Geoparks Naturtejo, einem Stammgebiet wilder Pfingstrosen, werden einen Vortrag halten, einen Stand betreiben und schließlich eine der portugiesischen Paeonien im Lorscher Garten einsetzen. „Und natürlich geht dann eine Paeonia lactiflora Laureshamensis mit nach Portugal“, so das Paeonienteam.

Der Lorscher Lehr- und Schau-garten zur Pfingstrose, eine bundesweit einmalige Initiative, ist eine Kooperation zwischen der Stadt Lorsch, dem Heimat- und Kulturverein und der Evan- gelischen Kirche. Der Garten zur Füßen der und rund um die evan-gelische Kirche beherbergt zur Zeit etwa 140 verschiedene Paeonienarten und -sorten, von den Wildformen bis hin zu Züchtungen aus der ganzen Welt. In enger Partnerschaft mit dem UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald gelang es ganz im Sinne der UNESCO, den Garten zu einem transnationalen Austauschprojekt mit China und Portugal auszubauen. Der UNESCO Welterbetag am 4. Juni, in dessen Mittelpunkt das UNESCO Welterbe Kloster Lorsch steht, ist in Lorsch gleichzeitig der Paeoniensonntag. Neben verschiedenen Pfingstrosen-experten werden Vertreter der UNESCO Geoparks Bergstraße- Odenwald und Naturtejo/ Portugal mit verschiedenen Aktionen, Vorträgen und Informationen teilnehmen.