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Gelebte Integration

Neue Privatquartiere für Flüchtlinge gefunden

„Manchmal sagen die Leute: ‚Ach, bei euch wohnen ja jetzt Leute aus Afrika.‘ Dann sage ich: ‚Ja, wir haben neu vermietet.‘ - Fertig.“ Peter Helmling ist mit seinen Mietern, der Familie Gebrelassie aus Eritrea, rundum einverstanden. „Es gibt gute Mieter und welche, mit denen es nicht gut läuft. Yesef und seine Familie sind auf jeden Fall gute Mieter.“   Dass sie eine andere Hautfarbe haben als er selbst und erstmal Deutsch lernen mussten nach ihrer Flucht hierher, findet er unwichtig. Die Miete, die durch den Kreis Bergstraße gesichert ist, entspricht dem Mietzins, den er vorher bekam. Probleme mit der Nachbarschaft gibt es nicht.

Nicht alle Menschen denken so vorurteilsfrei. Aber immer mehr Deutsche merken, dass die Fremden, die sich aus den durch Krieg und Hunger unbewohnbar gewordenen Nationen dieser Erde zu uns flüchten, ganze normale Leute sind. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede. Und so steht Frau Gebremedhin auch ohne viel Federlesens auf, um Minze aus der nahen Rabatte zu pflücken und sie in unseren schwarzen Tee zu stippen, den sie serviert. Schmeckt köstlich.

„In Lorsch ist es uns gelungen, bislang alle Asylsuchenden in städtischen und privaten Quartieren unterzubringen“, sagt der Bürgermeister. Christian Schönung ist stolz auf seine Stadt, wo gerade jetzt wieder insgesamt einundzwanzig Neuankömmlinge auf verschiedene Wohnungen und Häuser im Stadtraum verteilt werden   konnten. „Angefangen von den ersten Appellen in den Ansprachen und Predigten zu Weihnachten 2013 und 2014 bis zu den erst kürzlich geschalteten Aufrufen in einer der beiden großen Tageszeitungen, engagieren wir uns breit und vielfältig, um den Vermietern ihre Vorbehalte zu nehmen und ihre Bereitschaft zur Solidarität zu erhöhen.“ Immer wieder hebt Schönung auch das unschätzbare Engagement des Ökumenischen Helferkreises hervor.

Ausdrücklich verweist er auch darauf, dass gerade Deutschland auf Zuzug aus anderen Ländern angewiesen ist. „Der demografische Wandel zeigt uns ganz klar, dass wir unsere Wirtschafts- und Produktionskraft auf keinen Fall werden halten können, wenn wir keine Einwanderer ausbilden und einbürgern.“ Kinder wie die kleine Yosief oder ihr Bruder Abel werden die Schreiner, Krankenschwestern, Wissenschaftlerinnen oder Designer von morgen sein.

Neunundsechzig Flüchtlinge leben am heutigen Tag in Lorsch. Sie stammen aus Eritrea, Afghanistan und Algerien. Meist sind es junge Männer, meist stammen sie aus der Mittel- oder Oberschicht ihrer Länder. Der Strom wird nicht abreißen. Die städtischen Quartiere sind ausgelastet. Deshalb baut die Stadt auch neue Sozialwohnungen, in denen sowohl Deutsche wie Flüchtlinge unterkommen werden. Das Projekt wird erfolgreich vorangetrieben. „Trotzdem   - und auch weil das alles seine Zeit braucht - hat die weitere Unterbringung in leerstehenden privaten Immobilien in der Stadt Priorität“, so Schönung. „So werden aus der anonymen Masse ‚der Flüchtlinge‘ am schnellsten einzelne Menschen, die man kennt und einzelne Schicksale, die einem berühren. Das ist gelebte Integration. Und nichts hilft uns mehr, wie wenn die Fremden schnellstmöglich selbstverständlicher Teil unseres Alltags und unserer Stadt werden. Ich bitte Sie einmal mehr: Helfen auch Sie mit, damit wir diese riesige Aufgabe weiterhin so gut und gemeinsam   bewältigen.“

Bild v. li.: Bürgermeister Schönung, Abrehet Gebremedhin mit Tochter Yosief, Yesef Hagdu Gebrelassie mit Sohn Abel, Peter Helmling  
Bild v. li.: Bürgermeister Schönung, Abrehet Gebremedhin mit Tochter Yosief, Yesef Hagdu Gebrelassie mit Sohn Abel, Peter Helmling