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Pressemeldungen

 

Meinungsäußerung des Lorscher Magistrates zum Neubau der Schön-Klinik

Anlässlich jüngster Veröffentlichungen der Anwohner des Baugebietes „Am Wiesenteich“ auf deren Homepage, geht der Magistrat der Stadt Lorsch darauf ein, warum für die städtischen Gremien Allgemeinwohl vor Einzelinteresse stehen muss.

Die erwähnte Veröffentlichung der Bürgerinnen und Bürger widmet sich dem geplanten Neubau der Schön-Klinik in Lorsch und deren möglicher Standorte.

Auch wenn die Bewohner des Baugebietes immer wieder betonen, sich hierzu mit Sachverstand einbringen zu wollen, so ist die Zielrichtung einer unverbauten Wohnlage als Einzelinteresse zu verstehen und keine Grundlage für die Entscheidungsfindung städtischer Gremien.

Die Bewohner des Baugebietes setzen auf die Strategie, den Standort an der Friedensstraße schlecht zu reden. Für den Magistrat ein nicht hinnehmbares Verhalten.

Erfreulich für den Magistrat, dass sich nicht alle Bewohner des Neubaugebiets an der Aktion beteiligen. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lorsch in kürzester Zeit mittels einer privat organisierten Unterschriftensammlung gezeigt, wie sie zu den Neubauplänen für die Klinik und zu den Einzelinteressen stehen.

Der Magistrat lobt dieses Engagement, insbesondere das der Initiatorin der Unterschriftensammlung und vieler Mitstreiter. Dies bestätigt den Stadträtinnen und Stadträten und der Verwaltung, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet. Noch wichtiger ist, das damit den Klinikbetreibern ein klares Votum vermittelt wurde: Die Klinik ist ausdrücklich gewollt.

Die Sprecher der Anwohner halten es für fahrlässig, zu rasch eine politisch motiviert eine Entscheidung zu treffen. Eine für den Magistrat nicht hinnehmbare Unterstellung. In einem mehrstündigen Gespräch mit den Anliegern, zu dem Bürgermeister Schönung einlud, wurde eingehend dargelegt, wie vorgegangen wird und dass alle Belange genau geprüft werden. Die Anwohner wurden angeregt, sich am politischen Prozess zu beteiligen. Dazu sieht die Hessische Gemeindeordnung genaue Spielregeln vor, die auf Seiten der Verwaltung und des Magistrates bekannt sind.

Projekte der Stadtentwicklung laufen nun schon seit Jahrzehnten mit Beteiligungsverfahren, bspw. zum Stadtentwicklungsplan, dem Flächennutzungsplan, dem Landschaftsplan, dem agrar-strukturellen Entwicklungsplan und vielen weiteren Prozessen. Hier konnten sich die Bürgerinnen und Bürger in unzähligen Beteiligungsverfahren einbringen. Auch die sehr positive Baugebietserweiterung für Wohnen und Gewerbe dürfte Beweis sein, dass in Lorsch eine sehr gründliche und gute Arbeit geleistet wird.

Was die Themen Grundwasser und oder die Frage eines potentiell möglichen Jahrhunderthochwassers angeht, so weiß, wer dies Diskussion hierum verfolgt, dass nicht nur Lorsch, sondern die gesamte Region davon betroffen ist. Auch das Baugebiet „Am Wiesenteich“ hätte nicht entstehen dürfen, wenn man den Ausführungen auf der neuen Homepage der Bürgergruppe folgt, wenn es ein Überschwemmungsgebiet wäre.

Zudem ist es jedem Bauherren überlassen, ob und wie er diese Fragestellungen in seine Überlegungen bei der Standortsuche einbezieht. Und ganz bestimmt begegnen professionellen Bauherren solche Themen nicht nur in Lorsch.

Der Magistrat sieht es so, dass einzelne Bürgerinnen und Bürger einen Weg suchen, die möglicherweise den Blick zur Bergstraße verdeckenden neuen Gebäude zu verhindern. Aber: Einen schönen Blick kann man nicht kaufen, er wurde auch in keinem Kaufvertrag garantiert! Und die derzeit vorliegenden Planungen sind so angelegt, dass mit großem Abstand zum Baugebiet „Am Wiesenteich“ und gut geordneten Zufahrten und Parkplätzen eine sehr ansehnliche Gesamtanlage entstehen könnte.

Die Beeinträchtigungen für das Neubaugebiet „Am Wiesenteich“ sind nicht anders, wie wenn dort Wohnbebauung entstehen würde. Erwähnen sollte man auch, dass die Bauherren im Wiesenteich zur Friedenstraße auf eigene Verantwortung und auf eigenen Antrag ihre Wohnräume und Terrassen entgegen den Vorgaben des Bebauungsplans ausgerichtet haben. Das Argument, dass aus einem neuen Nachbargebäude nun auf die Terrasse oder die Wohnräume geschaut werden könne, darf deshahb nicht verwendet werden.

Der Magistrat hofft sehr, dass sich die Investoren nicht zu sehr mit den Emotionen der Anwohner beschäftigen. Die bisherigen Beiträge zu einer so genannten Versachlichung sind eher dazu geeignet, den Investoren den Standort Lorsch schlecht zu reden. Dies wäre ein finanzieller Schaden für die Allgemeinheit und Lorsch würde um mehrere hundert Arbeitsplätze ärmer. Die Klinik-Leitung zeigte bisher Verständnis für die Interessen der Anwohner und unterstrich dies mit einer persönlichen Einladung in das Krankenhaus. Leider waren nur wenige Personen gekommen.

Der Magistrat der Stadt Lorsch wünscht sich engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Politikverdrossenheit allen Ortes nimmt ständig weiter zu, das mangelnde Engagement in den vielfältigen Bereichen des täglichen Lebens leider auch: Vereine haben Probleme Vorstände zu finden, Parteien müssen erhebliche Anstrengungen tätigen, um Kandidaten zur Listenerstellung für die nächste Wahl zu finden, die Wahlbeteiligungen sind gering, Hilfs- und Rettungsdienste suchen händeringend nach Mitstreitern und es fehlen bspw. viele Menschen, die sich durch aktives Tun in die Erhaltung der Umwelt einbringen.

Noch vor wenigen Jahren war dies durchaus anders. Wenn man sich für seinen Wohnort entschieden hatte, war das Selbstverständnis, sich in das tägliche Leben einzubringen, höher. In der heutigen Gesellschaft, bei der Freizeitverhalten und individuelles Denken deutlich mehr im Vordergrund stehen, ist das aber nicht mehr vorgesehen. Verbindlichkeiten  und die Übernahme von Verantwortung sind nicht gewollt.

Der Magistrat der Stadt Lorsch wünscht sich deshalb mehr Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen. Lorsch ist eine sympathische Kleinstadt, weshalb das Zuzugsverhalten azyklisch zu den meisten der anderen 21 Kommunen im Kreis Bergstraße ist. Diese Menschen entscheiden sich bewusst für Lorsch, weil diese Stadt für eine hohe Lebensqualität steht. Allen wird die Möglichkeit geboten, sich aktiv in das Geschehen in Lorsch einzubringen.

Der Magistrat wird weiter daran arbeiten, dass alles getan wird, die Neubauplanung der Schön-Klinik am Lorscher Standort zu halten. Mit der Fachkompetenz des Bau- und Umweltamtes und der Hilfe der Entwicklungsgesellschaft Lorsch mbH und einer sehr verantwortungsvoll denkenden und handelnden Lorscher Stadtverordnetenversammlung sollte dies gelingen.

Im Übrigen ist noch nicht entschieden, wo in Lorsch der Standort für einen Neubau der Schön-Klinik entstehen wird.