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Pressemeldungen

 

Grußwort zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Von Bürgermeister Christian Schönung und Stadtverordnetenvorsteherin Christiane Ludwig-Paul

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Weihnachten ist ein Fest, das hierzulande allen Menschen viel bedeutet. Was Sie damit verbinden, ist vermutlich recht unterschiedlich und mag von christlichen Überzeugungen bis zu ganz profanen Wünschen nach geruhsamen Feiertagen zum Jahresabschluss reichen. Ganz gleich, wie wir zum Christentum oder den Traditionen stehen, denn Weihnachten hat einen hohen Stellenwert.

Weihnachten ist ein Fest, mit dem wir aufgewachsen sind, ein Fest, das mit unserer Kindheit und schönen Erinnerungen verknüpft ist. Deshalb können wir uns der Ausstrahlung dieses Festes nicht entziehen, selbst wenn wir den heutzutage üblichen Weihnachtsrummel nervig finden.

In den Weihnachtstagen liegt es besonders nahe, über Gemeinsinn und Mitmenschlichkeit zu reden, sind doch gerade diese Werte eng mit dem Fest und seiner Botschaft verbunden. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind das Wertvollste, der menschliche Faktor zählt. Er ist kein beliebiger Faktor, nicht einer unter vielen, sondern er ist ein ganz entscheidender Faktor, nicht nur im Privatleben, was ja naheliegt, sondern auch im Beruf. Menschen empfinden Ungenügen, wenn ständig Sachzwänge oder technische Abläufe dominieren und sie vor lauter Termindruck ihr Gegenüber nicht mehr als unverwechselbare Person wahrnehmen können. Auch in einem stressigen Alltag erwarten sie ein freundliches Wort, ein Lächeln, ein bisschen Aufmerksamkeit.

Zum Jahresende, dem wir jetzt mit immer schnelleren Schritten entgegengehen, möchten wir auch Resümee über das Geschehene in unserer rührigen Karolingerstadt halten. So hat sich in diesem Jahr, unserem 1250. Jubiläumsjahr, allerhand ereignet. Dieses wurde das ganze Jahr über mit über vierzig Sonderveranstaltungen der Stadt, der Vereine und Institutionen, unserer Kleinkunstbühne Sapperlot, den beiden großen Kirchen sowie vieler Gäste aus nah und fern würdig gefeiert. Um Herausragendes zu nennen, wurde unser Klosterjubiläum mit einem Konzert und der Uraufführung der „Lorscher Hymne“ des armenischen Komponisten Robert Amirkhanian, dem Solisten Gurgen Baveyan und Lorscher Chören eröffnet. Für den ansprechenden Text der Hymne zeichnet sich das Lorscher Ehepaar Ursula und Elmar Ullrich.

Aber auch unser Lorscher Gesangsduo Mosaique brachte unter der Feder von Ralf Kleisinger den Song „Lorsch - du bist ein Juwel“ heraus, der öffentlich vorgestellt wurde und unter den Gästen großen Anklang fand.

Viele Menschen aus Lorsch und aus über der Stadtgrenze Lorschs hinaus haben mit Begeisterung an der Wiedereröffnung des zum Welterbe Areal Kloster Lorsch erweiterten UNESCO Weltkulturerbes und der Eröffnung des Welterbe Areals sowie einem Revival des legendären Riedring-Rennens teilgenommen. Die Königshalle wurde Motiv einer Sonderbriefmarke und einer Goldmünze, die zu erwerben ist. Auch wurde der Tabakanbau, der früher viele Arbeitsplätze bot, wieder im kleinen Rahmen aufgenommen. So wurde zum Jubiläumsjahr eine begrenzte Stückzahl an Zigarren mit dem Namen „Lorsa Brasil“ hergestellt und zum Verkauf angeboten.

Viel Beifall gab es für Vronis Tanzstudio, das mit einer selbst einstudierten Tanzaufführung „Das Geheimnis von Lauresham“ sogar in der Hessenschau zu sehen war.

Weiter fanden Ausstellungen sowie Tanzworkshops statt und mit den mit uns jubilierenden Städten Weinheim und Schriesheim wurde eine gemeinsame Kutschenfahrt mit historisch gekleideten Reisenden unternommen.

Als großartigen Abschluss unseres Jubiläumsjahres fand der GGEW City Cross Cup mit der diesjährigen Europameisterschaft im Cyclo Cross der Elite und der Masters im November 2014 statt.

Allen, die sich an unserem Klosterjubiläum in großem Maße engagiert und mitgewirkt haben, aber auch all unseren Gästen und Besuchern, sagen wir ein von Herzen kommendes Dankeschön.

Bezüglich unserer Stadtentwicklung wurden verschiedene wichtige Akzente gesetzt. Als Beispiele möchten wir nennen:

Der steigenden und geänderten Nachfrage nach Kinderbetreuung kommen wir derzeit in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde nach, indem wir mit einem Zuschuss von rund 800.000 Euro die Erweiterung deren Kindergarten unterstützen und dabei auch weitere Plätze für Kinder unter drei Jahren anbieten können. Auch im kommenden Jahr werden durch städtische Unterstützung der Katholischen Kirchengemeinde im Kindergarten St. Benedikt und in unserem Kindergarten Villa Kunterbunt bessere und zeitgemäße Betreuungssituationen geschaffen.

Ende September wurde das Olympia-Gelände nach nur einjähriger Sanierung den beiden Vereinen übergeben. Die Vereinsmitglieder leisteten mehr als 8.000 Arbeitsstunden, so dass zusammen mit den finanziellen Mitteln von rund 2 Mio. Euro nun eine Sportstätte entstanden ist, die ideale Trainings- und Wettkampfbedingungen bietet.

Die städtischen Gremien beschlossen den Beitritt Lorschs zum ZAKB ab 2015. Durch den ZAKB entsteht derzeit ein Biomasse Wertstoffhof, der ab Januar dreimal wöchentlich geöffnet sein wird und über Rödchesgasse und Guntherstrasse zu erreichen ist. Durch den Rückbau des bisherigen Kompostplatzes und die Erschließung von der Westseite entstehen auch neue Flächen für Gewerbetreibende auf der Westseite der Dieterswiese.

Auch im kommenden Jahr stehen große Projekte an: Auf dem alten Feuerwehrgelände in der Innenstadt soll altersgerechtes Wohnen entstehen. An der Einhäuser Landstraße/Bensheimer Straße sowie in der Seehofstraße sollen neue Wohngebiete erschlossen werden.

Wir freuen uns sehr, dass die Behindertenhilfe Bergstraße in Lorsch ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung im kommenden Jahr bauen möchte.

Wichtig ist auch der Bau eines Parkplatzes für die große Schar von Touristen, die das Welterbe Areal Kloster Lorsch besuchen. Hier sind im kommenden Jahr weitere Weichen zu stellen, dass die Bewohner in Klosternähe von diesem touristischen Verkehr geschützt werden.

Auch im sozialen Bereich gab es in diesem Jahr eine neue Herausforderung in Lorsch. Vom Kreis Bergstraße wurden uns bis jetzt 41 eritreische und vier serbische Flüchtlinge zugewiesen, die bei uns untergebracht worden sind. Es werden in 2015 noch viele weitere Personen erwartet. Hier möchten wir nicht nur ein herzliches Dankeschön an die Ökonomische Flüchtlingshilfe Lorsch für ihr großes Engagement aussprechen, sondern auch an alle Bürgerinnen und Bürger, die unsere Flüchtlinge mit ihrem Herzen und ihrer Freundlichkeit in unserer Mitte aufgenommen haben. Hier hat sich ein Helferkreis gegründet und etabliert, wovon man vor einem Jahr nicht einmal träumen konnte.

Es galt aber auch Probleme zu lösen, zum Teil schwierige Entscheidungen sachgerecht, objektiv und verantwortungsbewusst zu fällen. Mitunter war dies nur durch Kompromisse möglich. Die angespannte Finanzlage der Stadt war hierbei eine besondere Herausforderung. Nach wie vor sind Sparen und ein Überdenken der Prioritäten angesagt.

Die Kommunen haben auch künftig die Verpflichtung, im Rahmen der Daseinsvorsorge alle Aufgaben zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen. Hierfür ist es unumgänglich, die erforderliche finanzielle Basis zu schaffen. Dies bedeutet zunächst, weiterhin die Ausgabenseite kritisch zu betrachten, um weitere Möglichkeiten der Kosteneinsparung zu entdecken. Mit einhergehen muss auch eine Überprüfung unseres Anspruchsdenkens. Noch mehr denn je müssen wir Wünschenswertes vom Machbaren unterscheiden. Hierzu sind wir alle aufgerufen, nicht nur die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Wir müssen die persönlichen Erwartungen, aber auch die an die Gemeinschaft gerichteten Ansprüche überdenken und auf ein vertretbares Maß zurückschrauben. Wenn wir dies beherzigen, können wir auch die Herausforderungen der Zukunft meistern. Gleichzeitig sind wir jedoch eine wachsende Kommune, so dass die Anforderungen aus der Bevölkerung und aus der zu betreuenden Flächen eher zunehmen.

Erfolge zeigen sich für das Jahr 2015 in dieser Vorgehensweise, dass erstmals seit vielen Jahren der Haushalt mit einem positiven Ergebnis in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden konnte. Darüber hinaus planen wir in 2015 über 1,5 Mio. Euro an Krediten der Stadt Lorsch zu tilgen. Auch diese Summe ist einmalig für die vergangenen Jahre. Diese positive finanzielle Situation der Stadt Lorsch schlägt sich auch in der zwar für jeden einzelnen bedauerlichen Erhöhung der Grundsteuer nieder, die jedoch im Vergleich zu vielen anderen Nachbarkommunen weit geringer ausfallen kann.

Etliches hätte nicht umgesetzt werden können, wenn nicht die große Schar der Ehrenamtlichen in den verschiedenen Lebensbereichen mit Tatkraft und Engagement agiert hätten.

Wir sagen all denen, die mit dazu beigetragen haben, unser Zusammenleben zu verbessern, Hab und Gut zu schützen, Krankheiten abzuwehren, Leiden zu mildern, Wissen zu vermitteln und Freude zu schenken, ein ganz herzliches Dankeschön. Unser Dank gilt auch den städtischen Bediensteten und Mitgliedern in den Gremien. Uns würde es sehr freuen, wenn diese stete und unermüdliche Bereitschaft im Dienste der Allgemeinheit auch im neuen Jahr in unverminderter Stärke an den Tag gelegt werden würde.

Wir hoffen, dass die führenden Politiker und Machthaber in den Kriegs- und Krisengebieten sich darauf besinnen, Konflikte nicht mit Gewalt auszutragen, sondern nach friedlichen und demokratischen Lösungen zu suchen.

Nun wünschen wir den Menschen in Lorsch und in unseren Nachbargemeinden und -städten ein gesegnetes Weihnachtsfest, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für das Jahr 2015.


Christian Schönung                                                            
Bürgermeister


Christiane Ludwig-Paul
Stadtverordnetenvorsteherin