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1. Lorscher Abt verliehen

Das Theater Sapperlot lobte einen neuen Kleinkunstpreis aus

Lorsch hat seinen ersten Kleinkunstpreis initiiert vom Theater Sapperlot verliehen und damit ein weiteres Highlight im 1250. Jubiläumsjahr der Stadt gezündet: Am Dienstag wurde der 1. „Lorscher Abt“ vor den vollbesetzten Rängen des erfolgreichen Ausnahmetheaters vergeben. Der Gewinner wurde von der fünfköpfigen Jury und vom Publikum gleichermaßen begeistert als erster Preisträger dieses neuen deutschen Kleinkunstpreises gekürt: Es ist Martin Zingsheim. Der 30jährige Kölner überzeugte auf „elegante und unaufdringliche Art“ und verstand es, „das Publikum mit seiner sprachlichen Virtuosität zu fesseln“ (die Jury). Zingsheim agierte ausgesprochen leise, scheinbar beiläufig und mit eher schüchternem Charme, was die sprachliche Treffsicherheit seiner Beobachtungen noch verstärkte. Dass die erste seiner von der Jury als „Miniaturen“  bezeichneten musikalischen Darbietungen gefühlte drei Sekunden dauerte (Text: „Was heißt hier postmodern – das Bild sieht Scheiße aus!“) tat seiner Überzeugungskraft keinerlei Abbruch. Im Gegenteil.

Insgesamt hatte die Vorjury um Theaterchef Hanspeter Frohnmaier, von dem das Konzept des Preises stammt, vier Kandidaten für den Lorscher Abt nominiert: Roberto Capitoni, der zwischen italienischer Extrovertiertheit und schwäbischer Übellaunigkeit das Publikum trotz eines reichlich strapazierten Klischee-Gewitters durch seine enorme Präsenz und Spielfreude entzückte. Den Wiener Matthias Seling, der, immer hart am Zynismus, das Bild des grantelnden Kulturpessimisten bediente und den Liedermacher Olaf Bossi. Bossis musikalische (Selbst-)Beobachtungen, berichten zwischen leiser Verwunderung und Ironie darüber, wie man zu dem wird, der man eigentlich nie sein wollte. Die Jury verlieh ihm dafür den zweiten Preis. Capitoni und Selling sah man nebeneinander auf einem doppelt besetzten dritten Platz.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Matthias Wilkes, betonte die Bedeutung der Kulturarbeit der privaten Lorscher Kleinkunstbühne. Er sieht diese für die ganze Region durch die Auslobung und erste Verleihung des Lorscher Abtes entscheidend gestärkt. Dass dieser neue Kleinkunstpreis nun jährlich vergeben werden kann, sichert der Hauptsponsor, die Volksbank Darmstadt-Südhessen eG durch eine zunächst auf fünf Jahre garantierte Finanzierung. Deren Vorstandssprecher Walter Konrad verlieh Martin Zingsheim die Metall-Plastik zum Lorscher Abt, die von dem Bildhauer Jürgen Heinz stammt. Der Lorscher Bürgermeister Christian Schönung zeigte sich glücklich, dass es gelungen war, den Kleinkunstpreis erstmals zum 1250. Jubiläumsjahr der Stadt zu verleihen. Die Stadt tritt beim Lorscher Abt als Kooperationspartner des Theaters auf.

Das Theater Sapperlot hat mit der Schaffung dieses Preises und mit dem ersten Preisträger nun außer mit seinem hervorragenden Programm einmal mehr und völlig zu Recht seinen Anspruch angemeldet, zu den wichtigen, die Szene prägenden Kleinkunstbühnen in diesem Land zu gehören.

Die Begründung der Jury im Wortlaut: "Martin Zingsheim versteht es, auf elegante und unaufdringliche Art, das Publikum mit seiner sprachlichen Virtuosität zu fesseln. Pointiert, uneitel und mit minimalistischer Perfektion spaziert er durch das aktuelle Zeitgeschehen. Garniert mit musikalischen Miniaturen gelingt es ihm, das Publikum hinters Licht zu führen, wo die Pointe lauert."

Der „Lorscher Abt“ wird jährlich im Herbst verliehen. Nominiert werden kann nur, wer zuvor in einem „Kultursalon“ genannten Format des Theaters Sapperlot aufgetreten ist.

Alle vier Nominierten erhalten Geldpreise (1000 €, 800 €, 600 €, 400 €), der 1. Preis beinhaltet darüber hinaus noch zwei Bühnenauftritte. Zusätzlich wird ein Publikumspreis von 500 € vergeben. Die fünfköpfige Jury bestand aus Gabi Dewald (Kulturamtsleiterin), Severin Groebner (Kabarettist), Dr. Arne Kapitza (hr2), Jürgen Kirchner (Bürgermeister von Hemsbach) und Thomas Tritsch (freier Journalist).