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Das Freilichtlabor Lauresham ist eröffnet!

Hessischer Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein eröffnet Experimentalarchäologisches Freilichtlabor Lauresham im Welterbe Areal Kloster Lorsch

Das Welterbe Areal Kloster Lorsch ist um ein weitere Attraktion reicher: Zwei Monate nach der Neueröffnung des UNESCO Weltkulturerbes Kloster Lorsch als Welterbe Areal Kloster Lorsch hat am Sonntag, 14. September 2014, Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, nun auch das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Das begehbare Modell eines Herrenhofs zur Karolingerzeit wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse errichtet und ist das erste seiner Art in Europa. Zwischen der Klostergründung Altenmünster und der späteren Lorscher Reichsabtei gelegen, umfasst das über vier Hektar große Gelände insgesamt 21 Wirtschafts-, Wohn- und Stallbauten sowie eine Kapelle. Sie alle wurden auf der Grundlage bekannter frühmittelalterlicher Gebäudeensemble und archäologischer Grabungsbefunde aus Süddeutschland und der Region rekonstruiert. Auch die Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Gärten und Ackerflächen nach frühmittelalterlichen Methoden sowie der Einsatz alter Nutztierrassen gehören zum Konzept von Lauresham. Das Freilichtlabor entstand in einem Zeitraum von zwei Jahren und wurde von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen zusammen mit dem Archäologischen Institut der Stadt Hamburg entwickelt und umgesetzt. Das Land Hessen, die Stadt Lorsch und der Bund beteiligten sich zu gleichen Teilen mit insgesamt drei Millionen Euro an diesem Projekt. 

„Uns war es wichtig, dem Besucher am Ort des bedeutenden ehemaligen Reichsklosters Lorsch die Lebens- und Alltagswirklichkeit der Menschen im frühen Mittelalter so anschaulich und lebendig wie möglich zu vermitteln“, erklärte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein. „Lauresham bildet ab, was wir heute, dank archäologischer und historischer Forschung, über die Alltagskultur und die Lebensgewohnheiten der Menschen im Frühmittelalter wissen. Durch aktive Feldforschung, etwa im Bereich Ackerbau, wollen wir aber auch selbst konkrete Beiträge zur wissenschaftlichen Erforschung des Arbeits- und Alltagslebens im frühen Mittelalter leisten“, so Rhein weiter.

Aber nicht nur die in Lauresham rekonstruierten Gebäude – vom Herrenhaus über das Haus der Frauen und Kinder und dem Haus der Sklaven bis zur Scheune – gehen auf archäologische Vorbilder zurück. Auch die Auswahl und Haltung der Tiere – darunter Ochsen und Kühe, Schweine, Rinder, Gänse, Hühner, Schafe und Bienenvölker – sowie die Sorten der angebauten Getreide, Pflanzen und Gartenfrüchte basieren auf archäologischer und historischer Überlieferung wie der Krongüterverordnung Karls des Großen (Capitulare de villis). Die Anordnung der Gemüse- und Kräutergärten wurde dem Sankt Gallener Klosterplan (9. Jh.) nachempfunden. Regionale Getreidesorten wie Dinkel, Emmer und Hafer werden im Zyklus der Dreifelderwirtschaft angebaut. Hauptakteure beim Ackerbau sind die beiden Ochsen David und Darius, die zur alten Rasse des Rätischen Grauviehs zählen. Natürlich kommen hierbei nur Werkzeuge zum Einsatz, die im Frühmittelalter belegt sind. Auch die Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln wie die Gewinnung von Honig und das Keltern von Wein erfolgt vor Ort. Man mag also gespannt sein auf die erste Laureshamer Auslese. Dann wird im Freilichtlabor das Frühmittelalter auch kulinarisch für die Besucher erlebbar sein.

 

Geöffnet ist das Freilichtlabor Lauresham zunächst im Probebetrieb täglich außer montags. Der Zugang ist ausschließlich im Rahmen von Führungen möglich: Für Gruppen nach vorheriger Anmeldung (Tel. 0 62 51-1 03 82 11; E-Mail: empfang@kloster-lorsch.de); Führungen ohne vorherige Anmeldung finden ab zwei Personen jeweils um 11, 13 und 15 Uhr statt. Preise pro Person: 5 EUR, ermäßigt 3 EUR.